Aostatal: das Gebiet und die Ortschaften

Mit seinem überwiegend bergigen Territorium ist das Aostatal (auf Italienisch Valle D’Aosta - hin und wieder auch mit dem Akronym VDA bezeichnet) die ideale Region für einen Urlaub in den Bergen in einer einzigartigen alpinen Umgebung im Zeichen von Sport, Ausflügen und Wanderungen, aber auch Geschichte und Weingastronomie.
An der Grenze zwischen Frankreich, der Schweiz und dem Piemont ist das Vallée d’Aoste (auf Französisch) von den majestätischen Gipfeln der Alpen, darunter die höchsten Europas, umgeben: der Mont Blanc (4810 m), der Monte Rosa (4634 m) und das Matterhorn (4478 m). Das Gebiet umfasst darüber hinaus den Gran Paradiso (4061 m), den einzigen Viertausender, der vollständig auf italienischem Boden steht.
Im Haupttal, durch das der Fluss Dora Baltea fließt, verschmelzen wunderschöne Gletschertäler, wie das Val Savaranche, das Val di Cogne, das Val Veny, das Val Ferret, das Val Tournanche und das Val D’Ayas, über die unzählige, mehr als 2.000 bis 3.000 Meter hohe Gipfel einschließlich vieler Viertausender der Alpen, hinausragen, die oft von ewigem Eis bedeckt sind.
Der südliche Teil des Aostatals gehört zum Nationalpark Gran Paradiso, dem ersten italienischen Nationalpark, der im Jahr 1922 zum Schutz einiger Arten alpiner Flora und Fauna vor dem Aussterben gegründet wurde. Zu seinen Tieren zählen Gämse, Steinböcke, Murmeltiere und Hermeline. Zwischen dem Valle di Champorcher und dem Vallone di Champdepraz erstreckt sich der Nationalpark Mont Avic, der erste Regionalpark des Aostatals und ein Ort gemeinschaftlicher Bedeutung sowie - wegen seiner natürlichen Besonderheiten und biologischen Vielfalt – eine Sonderschutzzone.
Das Aostatal ist nicht nur reich an Natur, sondern auch an Geschichte: Ab dem 1. Jahrhundert v.Chr. wurde es von den Römern erobert, die die Straßen vorzeichneten, die noch heute die Alpenpässe des Kleinen und Großen Sankt Bernhard mit der konsularischen Straße von Gallien verbinden, und die die Stadt Augusta Praetoria, heute Aosta, gründeten. Während des Mittelalters entwickelte sich die Region entlang der Frankenstraße (Via Francigena) zu einem religiösen Zentrum von europäischer Bedeutung; Schlösser und Türme wurden errichtet, die das gesamte Tal aus der Höhe von allen Seiten dominierten und die so angeordnet waren, dass jede Burg die vorhergehende und die nachfolgende sehen konnte. Zu den berühmtesten Beispielen gehören das märchenhafte Schloss Fénis, das Schloss Issogne, das Schloss Verrès, das Schloss Saint-Pierre und die später errichtete Festung von Bard und das Schloss Savoia.
Das Aostatal steht mit seinen Festen und Veranstaltungen in den einzelnen Tälern und Ortschaften auch für Folklore, mit den Thermen Pré-Saint-Didier und Saint-Vincent für Wohlbefinden, mit seinen typischen Produkten wie Fontina, Jabon de Bosses, Valle d'Aosta Fromadzo, Motzetta und Vallée d’Aoste Lard d’Arnad, Käse und Wurstwaren, die mit den besten DOC-Weinen des Tals genossen werden können, für Weingastronomie.
2015 wurde der Skyway Monte Bianco eingeweiht, der als Achtes Weltwunder bezeichnet wird. Ab Courmayeur kann man mit der Seilbahn bis zum Pointe Helbronner im Herzen des Mont Blanc hochfahren, wo sich auf 3.466 Metern Höhe eine einzigartige Panoramaterrasse eröffnet.

Sommer

In den Sommermonaten erfüllt das Ausflugs-, Wander- und Sportangebot im Aostatal alle Ansprüche: Das Netz der Wanderwege erstreckt sich über hunderte Kilometer zwischen zahlreichen Berghütten und Biwaks und ermöglicht sowohl Wanderungen, die für Familien geeignet sind als auch anspruchsvollere Aufstiege, die Bergsteigern vorbehalten bleiben.
Die wunderschönen, grünen Täler eröffnen zahlreiche Alternativen zum Mountainbiken, Trekken, Reiten oder Nordic Walking. Der Fluss Dora Baltea und seine Nebenflüsse geben die Möglichkeit, sich – von erfahrenen Führern begleitet – in aufregenden Hydrospeed- und Rafting-Abfahrten auf die Probe zu stellen.
Für Naturliebhaber stellt der Nationalpark Gran Paradiso ein ideales Ziel zum Trekken auf Entdeckung von Steinböcken und Murmeltieren dar, die zahlreich die Berggebiete innerhalb seiner Grenzen besiedeln.

Winter

In den Wintermonaten ist der Schnee alleiniger Protagonist der Berge des Aostatals: Hunderte Kilometer von Ski-Alpin-Pisten, lautlose Pisten zum Skilanglauf inmitten verschneiter Wälder und eindrucksvolle Wege für eine Schneeschuhwanderung garantieren unvergessliche Tage.
Das Skigebiet Pila oberhalb Aostas ist mit seinen modernen Pisten, die aufgrund ihrer Höhenlage und der künstlichen Beschneiungsanlagen beschneit sind, eines der wichtigsten Anziehungspunkte für Skifahrer. Auch Cervinia, La Thuile und Courmayeur gehören zu den beliebtesten Skigebieten in den Alpen und werden von Skilangläufern, Ski-Alpin-Fahrern und Snowboardern sehr gut besucht. Im Winter haben die Ski-Alpin-Fahrer unter den vielen Streckenverläufen in den Bergen auf jeder Höhe die Qual der Wahl, während die "Eiskletterer" ihr Paradies auf Erden zwischen den Eisfällen von Cogne und Lillaz finden, die in der ganzen Welt berühmt sind. Unvergesslich auch die halsbrecherischen Schlittenabfahrten und das Vergnügen auf den Eislaufpisten in den Stadien von Courmayeur, Cervinia, Aosta und Gressoney.